Wir hatten ja schon öfter von der ein oder anderen Überraschung oder zufälligen Begegnung berichtet. Sie sind für mich das Schönste am Reisen. Zum Beispiel trafen wir mein Sprachtandem aus Dresden in Cusco, Peru. Hier in Bogotá passieren dann gleich mehrere Zufälle…
Aber von vorn: Vor zwei Jahren, als Conny anfing in Kassel zu arbeiten, hatte ich unsere Wohnung in Dresden für Couchsurfer angeboten. Meine ersten Gäste waren damals eine bunte Gruppe aus Deutschland und Südamerika, zwei von denen aus Bogotá. Es war einer der schönsten Erfahren in meiner gesamten Couchsurfing-Zeit. Kurz bevor wir Bogotá erreichen, schreibe ich die beiden an, in der Hoffnung, dass wir uns vielleicht auf ein Bier treffen, Spanisch reden und vielleicht das ein oder andere Interessante über die Stadt und Kolumbien erfahren könnten. Die beiden Mädels haben nicht nur Zeit für ein Bier, sondern zufällig an diesen Tagen auch eine Wohnung frei, die sie in Kürze abgeben wollen. Wir dürfen die ganze Wohnung benutzen und treffen die beiden zweimal. Spanisch üben kann ich mit den Beiden auch ganz viel.
Wie in Buenos Aires gibt es in Bogotá viel Street-Art und ebenso eine Tour, bei der man sich das Ganze angucken und erklären lassen kann. Wir sitzen fünf Minuten am Treffpunkt bevor die Tour losgeht, da kommt ein Pärchen um die Ecke, um auch an dem Rundgang teilzunehmen. „Den Typ kenne ich!!!“ Er dreht sich in unsere Richtung, ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Da kommt er auf mich zu und sagt: „Na, kennst du mich noch?“. Er ist ein alter Kumpel, mit dem ich in Leipzig schon zu Schulzeiten Unihockey gespielt habe. Wir haben uns mindestens 10 Jahre nicht gesehen, und jetzt trifft man sich in Bogotá wieder. Er und seine Freundin haben in Kolumbien ihre Reise begonnen und wollen die nächsten Monate durch Südamerika reisen.
Noch nicht genug Zufall? Nach Kolumbien wollen wir Freunde in São Paulo besuchen, die Conny schon sehr lange kennt. Viele von diesen Freunden leben aus verschiedenen Gründen mittlerweile in Europa. Die wirtschaftlichen und politischen Probleme in dem Riesenstaat spielen hier sicher eine Rolle. In unserem Kalender zeichnet sich ab, welches Wochenende wir in São Paulo sein werden. Als wir die Brasilianer fragen, ob sie denn an diesem Wochenende Zeit für uns haben, antworten sie: „Sehr gern, wir freuen uns auf Euch. Ach und übrigens, die anderen aus Europa kommen auch alle an diesem Wochenende“. Was zum Henker… Wir freuen uns auf jeden Fall riesig auf die Maracuya-Caipirinhas mit der ganzen Gang.
Zurück zu Bogotá: Bogotá ist bekannt für seine tollen Museen, und zwei davon schauen wir uns an. Zum einen das Museum des Malers und Bildhauers Botero, der Menschen, Tiere und Stillleben kreiert, die allesamt übergewichtig sind. Sehr skurril und äußerst unterhaltsam. Zum anderen besuchen wir das berühmte Goldmuseum. Hier sind goldene und andere Fundstücke ausgestellt, die von einer unglaublichen Zahl von vorspanischen Kulturen in verschiedenen Epochen aus dem heutigen Kolumbien stammen. Auch wenn die Spanier El Dorado nie gefunden haben, die Menge an Gold allein in diesem Museum, lässt erahnen, welche Reichtümer in der neuen Welt einmal vorhanden waren.
Wir genießen die Kultur, das Klima und die internationale Küche Bogotás sehr – bevor wir am Amazonas wahrscheinlich zerfließen werden. Wir hoffen, dass uns die glücklichen Zufälle weiterhin begleiten werden. Wir werden sie im Dschungel gut gebrauchen können.